Marokko-Infos
Marokko - Geographie
Im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten ist Marokko flächenmäßig
kein großes Land, in seiner Oberflächenform zeigt es jedoch ein überaus
wechselvolles Bild. Im Wesentlichen lassen sich folgende natürliche
Einheiten unterscheiden: die Küstenregionen im Norden und Westen; die
atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta; die montane Region mit
dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge; schließlich die
transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem
Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.
Die Mittelmeerküste ist überwiegend steil und felsig und weist viele
Kaps und Buchten auf. Nur im Mündungsbereich des Moulouya nahe der
algerischen Grenze erweitert sich die mediterrane Küstenlandschaft zu
einem Becken. Im Westen läuft der gebirgige Küstenabschnitt in der
sichelförmig nach Europa gerichteten Nordwestspitze Afrikas aus.
Die Atlantikküste dagegen ist eine flache, kaum gegliederte
Ausgleichsküste mit starkem Sandtransport und deshalb nur schlecht für
Häfen geeignet. Landeinwärts folgen hier breitere Küstenebenen wie die
Niederung des Sebou bei Kenitra und die weitläufige Küstenmeseta von
Casablanca. Weiter zum Innern steigt das Gelände auf etwa 450 m ü. M.
zum zentralen Teil der Marokkanischen Meseta an, einer weiten
Tafellandschaft, die auch als Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch
bezeichnet wird. Sie besteht hauptsächlich aus schwach gewellten,
steppenhaften Hochflächen, über die vereinzelt Inselberge aufragen.
Im Süden und Osten wird die Meseta von den markanten Gebirgszügen des
Hohen und Mittleren Atlas umrahmt. Dieses gewaltige Faltengebirge wurde
im Tertiär beim Zusammenstoß der afrikanischen mit der eurasischen
Krustenplatte aus dem damaligen Sedimentationsbecken herausgehoben.
Erdbeben wie das von Agadir im Jahre 1960 zeugen davon, dass die
gebirgsbildenden Vorgänge in diesem Raum bis heute nicht abgeklungen
sind. Das Atlasgebirge bildet gleichsam das morphologische Rückgrat des
Landes und stellt sowohl eine naturräumliche als auch eine
wirtschaftlich-kulturelle Barriere dar. Als wichtige Klimascheide trennt
der Gebirgswall das atlantisch-mediterrane Marokko vom saharisch
geprägten Landesteil.
Der Hohe Atlas erstreckt sich in leichtem Bogen über rund 800 km von
Südwesten nach Nordosten. Mit seinen schroffen, gratigen Gebirgsformen
und den steilen Gipfeln hat er Hochgebirgscharakter. Hier liegen die
höchsten Erhebungen des gesamten Atlas-Gebirgssystems, ja ganz
Nordafrikas, darunter auch der höchste Berg Marokkos, der Jabal Toubkal
(4.167 m).
Nach Nordosten setzt sich der Hohe Atlas im niedrigeren algerischen
Sahara-Atlas fort; im zentralen Marokko schließt sich, nördlich
versetzt, auf über 300 km der Mittlere Atlas an. Dieser besitzt in
seiner östlichen, steil zur Moulouya-Senke abfallenden Kette ebenfalls
über 3.000 m hohe Gipfel, weist ansonsten jedoch eher
Mittelgebirgsformen auf. Den nördlichen Abschnitt des marokkanischen
Atlasgebirges bildet das bis zu 2.456 m hohe Rif, ein wildzerklüfteter
Gebirgsbogen, der sich von der Straße von Gibraltar parallel zur
Mittelmeerküste bis zur Mündungsebene des Moulouya erstreckt. Die
Längsfurche zwischen dem Rif und dem Mittleren Atlas, die "Pforte von
Taza", ist das wichtigste west-östliche Durchgangstal Marokkos.
Östlich des Moulouya-Tals, das im nördlichen Marokko die montane von der
transmontanen Region trennt, steigt das Gelände allmählich zu weiten,
steppenhaften Plateaus an, die zum Hochland des Schotts in Algerien
überleiten. Die Gebirgszüge südöstlich des Atlashauptkammes, der
Anti-Atlas und seine östliche Fortsetzung Jabal Sarhro sowie der südlich
parallel ziehende Jabal Bani, gehören ihrem Aufbau nach nicht mehr zu
den tertiären Faltengebirgen, sondern sind Teil der alten afrikanischen
Masse. Im Süden davon erstrecken sich Randlandschaften der Sahara, zu
denen auch die Beckenregion des Tafilalt und die Senke des Draa gehören.
Im Gebiet der Westsahara folgen auf eine breitere Küstenebene bis über
350 m ansteigende, von Wadis zerschnittene und mit Dünen überzogene
Sandsteinplateaus, die gleichfalls der Sahara zuzurechnen sind.
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